Vergesst uns nicht! – Dresden-Gedenken 2017

Auch 2017 ehrendes Gedenken in Dresden!

„Ein Volk ist nur so viel wert, wie es seine Toten ehrt“, ist man geneigt die Ereignisse rund um das traditionelle Dresden-Gedenken in diesem Jahr zu überschreiben.

Gut 800 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Serbien, der Tschechischen Republik, Frankreich und Schweden versammeln sich am frühen Abend des 11. Februar 2017 in Dresden, um der ungezählten Frauen, Kinder, Alten und Flüchtlinge zu gedenken, welche im alliierten Bombenhagel und Feuersturm am 13. Februar 1945 auf grausamste Weise ihr Leben lassen mussten.

„Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke lt. Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“

So Sir Charles Portal, RAF-Stabschefs, ab 1944 Marschall der Royal Air Force und wie Sir Arthur Travers Harris glühender Verfechter des so genannten „Moral Bombing“, also dem Flächenbombardement um die Moral und den Widerstandswillen der deutschen Bevölkerung zu brechen.

Pünktlich gegen 17:00 Uhr setzt sich der Marsch über die Ammon- und Budapester Straße in Richtung Südvorstadt in Bewegung. Aus den die Straßen flankierenden großen Wohnblöcken schauen die Menschen, ein Ruf „Deutschland“ erklingt, während getragen von klassischer Musik und ausgesprochener Disziplin das unsichtbare Band der Gemeinschaft die Teilnehmer auf der Straße in aufrechtem Gedenken vereint.

Der Gegenprotest in diesem Jahr scheint marginal. Selbst die Dresdner Neuesten Nachrichten sprechen lediglich von „Hunderten Dresdnern“, welche sich dem „Naziaufmarsch“ entgegenstellen.

Entsprechend nüchtern auch das Fazit des Bündnis Dresden-Nazifrei, dass sich die gescheiterten Blockadeversuche mit allerlei Selbstbetrügereien schön zu reden versucht. Eine Prognose für kommende Jahre lässt sich aus dem diesjährigen Geschehen freilich nicht ableiten, möchte man mahnend den Zeigefinger erheben!

Gegen 18:30 Uhr erreicht der Gedenkmarsch wieder den Hauptbahnhof. Auch dieser ein Symbol der sinnlosen Zerstörung. Die für heutige Generationen wohl unvorstellbaren Szenen, welche sich während des Erstschlages in der Nacht des 13. Februar 1945 hier abspielten, beschreibt Gertrud Rogge in ihrem Buch „Brandmale – Eine Flucht in die Hölle von Dresden“. Es wird Aufstellung genommen, Fackeln werden entzündet und die Gedenkfeier beginnt.

„Wieviele starben? Wer kennt die Zahl? // An Deinen Wunden sieht man die Qual // Der Namenlosen die hier verbrannt // Im Höllenfeuer aus Menschenhand.“

Neben den Reden aus der Tschechischen Republik und Österreich bleibt vor allem der Beitrag der serbischen Gäste eindrucksvoll in Erinnerung, deren Sprecher auf die Ereignisse im Krieg gegen Ex-Jugoslawien hinweist. Die zivilen Luftkriegsopfer von Belgrad und anderer serbischer Städte verdeutlichen, ganz zu schweigen von den aktuellen Kriegsschauplätzen dieser Welt, wie sehr der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung auch heute noch eine Konstante in der Kriegsführung der Westalliierten von USA und NATO darstellt.

Eine Schweigeminute und das Absingen der Nationalhymne beschließt das diesjährige Dresden-Gedenken und lässt den Ruf nachhallen:

„Vergesst niemals Dresden!“

 

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