Erhebet die Herzen! – Dresden-Gedenken 2019

Das diesjährige Dresden-Gedenken am Abend des 15. Februar markierte nicht nur den 74. Jahrestag der Zerstörung der Kunst- und Kulturstadt Dresden durch alliierte Terrorbomber, sondern auch das 20. Jahr nationaler Erinnerungskultur in der sächsischen Landeshauptstadt.

Kurz nach 19:30 Uhr setzte sich der Gedenkmarsch von der Lingnerallee aus in Bewegung. Vorbei an der Trümmerfrau vor dem Rathaus, in unmittelbarer Nähe zur Kreuzkirche am Altmarkt, jenem Ort, an welchem 6865 Opfer der Angriffe verbrannt wurden und Dresdens Tote bis heute mit Füßen getreten werden, bewegte sich die Menge schweigend durch die Dresdner Innenstadt.

Doch nicht nur Dresdens historischer Stadtkern wurde zerstört. Auch ehemalige Dorfkerne, heute zum Teil städtische Außenbezirke, wurden bei den Angriffen vom 13. – 15. Februar 1945 getroffen. Stellvertretend sei hier nur an den alten Dorfkern in Nickern erinnert, wo seit Zeiten der ehemaligen DDR ein ursprünglich den Gefallenen des Ersten Weltkrieges gewidmeter Sandsteinobelisk an die „Opfer des angloamerikanischen Bombenterrors“ erinnert. Das Denkmal, das seit 2016 im Fokus linker Selbsthasser und Gegner eines aufrechten Gedenkens an Dresdens Luftkriegstote steht soll, ganz im Sinne des herrschenden Schuldkultes, bald umgestaltet werden.

Auf Höhe der Prager Straße wurde es laut. Gegendemonstranten versuchten die Straße zu blockieren, schrien und keiften mit von Hass erfüllten Gesichtern. Polizisten eilten herbei, hielten den Weg frei. Pressevertreter und jene welche sich dafür halten oder ausgeben, sprangen mitten in die Szenerie, beschwerten sich später, von der Polizei behindert worden zu sein um so einen künstlichen Skandal herbeizureden.

Ungeachtet dieses Tumultes zog der Gedenkmarsch ruhig weiter über den Dippoldiswalder Platz, entlang der großen Wohnblöcke an der Budapester Straße, aus denen viele Menschen sich ein eigenes Bild vom Geschehen auf der Straße machten. Hin zum Hauptbahnhof, wo in einem großen Karree Aufstellung zur Kundgebung genommen wurde. Was sich rund um den Dresdner Hauptbahnhof in jenen schicksalsschweren Stunden des alliierten Bombenhagels ereignete, hat unter anderem die Zeitzeugin Gertrud Rogge in ihrem Buch „Brandmale“ festgehalten:

…Nach der Entwarnung herrscht auf dem Bahnhof wieder Hochbetrieb. Auch wir schleppen uns wieder aus dem unterirdischen Labyrinth auf den Bahnsteig. Menschenströme aus der brennenden Innenstadt vergrössern das Durcheinander. Die Bahnsteige sind wieder überfüllt von Helfern, Flüchtlingen, Soldaten.

Gegen 1.30 Uhr erfolgte ohne Vorwarnung die zweite Angriffswelle, und nun nimmt die über Dresden hereinbrechende Apokalypse ihren unerbittlichen Verlauf.

Dieses Mal liegt der Bahnhof mitten im Zielgebiet. Panisch drängt alles wieder in die viel zu engen Kellerräume. Plötzlich erzittert das ganze riesige Gebäude. Die Erschütterungen werfen uns hin und her. Wie in einem gigantischen Erdbeben wankt und schwankt der Bahnhof ohne Unterlass. Tonnenschwere Sprengbomben „Blockbluster“, sog. „Wohnblock-Knacker“ reissen mit gewaltigen Detonationen das Bahnhofsgebäude auseinander. Dumpfes Dröhnen, Rauschen, Krachen, Heulen erfüllen die Luft, die gewaltige Halle senkt sich über die Menschen in den unterirdischen Gängen. Der durch die Detonationen hervorgerufenen Luftdruck presst die Lungen zusammen, legt sich aufs Trommelfell.

Der Strom fällt aus. In der Dunkelheit beginnen die Menschen zu schreien, zu weinen, zu beten. Todesangst erfasst uns. […]

Mit dem Rücken sitze ich an eine Kellerwand gelehnt, die unter der unvorstellbaren Wucht der pausenlos aufeinander erfolgten Einschläge hin- und herschwankt. Über uns senkt sich die Decke unter der Last der eingestürzten Bahnhofshallen. Würden wir alle lebendig begraben werden?…“

Die Namen bombardierter deutscher Städte wurden verlesen, langsam kehrte Ruhe ein. Ausländische Delegationen sprachen ihre Grußworte. Darunter Nela Veselá aus der Tschechischen Republik und Emanuele Tesauro aus Italien:

„Brüder und Kameraden Deutschlands und Europas,

unsere heutige Anwesenheit als italienische Delegation ist nicht nur ein historisches Zeugnis für das, was zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 in Dresden geschah. Unsere Anwesenheit ist eine Warnung an die Folterer der damaligen Zeit, denn die Kinder Europas werden dies niemals vergessen.

Für uns ist das Erinnern auch ein politischer Akt, und deshalb sind wir hier, um die Stimme Italiens nah an die Schmerzen unserer deutschen Brüder zu tragen. Diese Wunde im Herzen unseres Europas ist noch immer offen und wir möchten, dass auch unsere Kinder sie nicht vergessen.

Denn ein Volk, das seine Vergangenheit vergisst, ist ein Volk, das keine Zukunft hat. Das Feuer, das Dresden niederbrannte, wird zum Licht, das den Patrioten in ganz Europa den Weg weisen wird, um das Europa der Brüsseler Bankiers auszulöschen und durch das Europa der Völker und Nationen zu ersetzen.

Erhebet die Herzen!“

Eine dem Anlass angemessene Feierstunde mit Sprechspiel rundete die Veranstaltung ab. Traditionell beendete eine Schweigeminute und das Absingen der Nationalhymne das diesjährige Dresden-Gedenken, an welchem sich nach übereinstimmenden Angaben von Polizei, Medien und eigener Zählung mehr als 1200 Menschen aus 8 Nationen beteiligten. So etwa aus Italien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Russland, Griechenland, der Ukraine, Schweden und Deutschland. Mehr als 1200 Menschen, welche den Ruf nachhallen lassen:

Vergesst niemals Dresden!“

 

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