Seit nunmehr 20 Jahren findet, immer am 8. Mai, im vorpommerschen Demmin ein Gedenken statt. Der Ort ist dabei bewußt gewählt. In Demmin ereignete sich im Mai 1945 der größte Massenselbstmord in der Geschichte unsere Volkes.
Als im Frühjahr des Jahres 1945 die sowjetischen Truppen die Oder überschritten, gehörte auch Demmin zu den zahllosen deutschen Städten, die niedergebrannt, geplündert und Opfer grausamer Massenvergewaltigungen wurden. Er herrschte Panik unter der Bevölkerung. Der sowjetischen Soldateska eilte der Ruf voraus, besonders brutal und rücksichtslos gegenüber Frauen zu sein. Die erlebte Wirklichkeit übertraf die Erzählungen häufig noch. In Demmin wurden zahllose Frauen und Mädchen vergewaltigt, viele Männer wurden willkürlich erschossen. Hunderte nahmen sich aus Angst, Verzweiflung und Scham das Leben. Infolge der bestialischen Übergriffe der Roten Armee kam es in Demmin zur größten Massenselbsttötung Europas. Demmin wurde zur Plünderung freigegeben und letztlich in Brand gesteckt. Drei Tage lang wurde jeder Versuch zu löschen durch die sowjetische Besatzung unterbunden. Zwei Drittel Demmins fielen den Flammen zum Opfer. Die Ausschreitungen in der Stadt hielten über Wochen an, selbst noch nach Kriegsende.
Die Rote Armee setzte sich in Demmin fest, ein Schnapslager fiel in ihre Hände. Unter den 15.000 Einwohnern und den mehreren Tausend Flüchtlingen brach Panik aus: Mehr als 1.000 Demminer nahmen sich das Leben. Der Rostocker Historiker Fred Mrotzek geht von bis zu 2.500 Selbsttötungen aus. Die meisten gingen ins Wasser, in die Flüsse, die die Stadt umgeben, vor allem in die Peene und die Tollense. „Noch nach Wochen trieben hier die Leichen an, blau, aufgedunsen, verfingen sich im Schilf und am Ufer des Flusses.“
Die Leichen wurden in einem Massengrab beigesetzt, in dem fast 900 Demminer begraben liegen, die die Verzweiflung in den Freitod trieb. Die Totenbücher des Mai 1945 zeugen seitenweise von Ertrunkenen, vor allem Frauen und Kinder. Auch den Aufzeichnungen in Kirchenbüchern zufolge beendeten über 900 Einwohner im Mai 1945 ihr Leben, nachdem die Stadt drei Tage lang zum Plündern und Brandschatzen freigegeben worden war. An das Grauen erinnert heute eine kleine Gedenktafel auf dem Friedhof. In keinem Schulbuch wird dieser wohl größte Massenfreitod der deutschen Geschichte erwähnt.
Ähnlich wie in Dresden, befanden sich mehrere Tausend Flüchtlinge aus Hinterpommern, Ost- und Westpreußen in Demmin. Viele von ihnen bleiben bis heute ungezählt und namenlos.
Wir wollen nicht nur an das Schicksal dieser Stadt und ihrer Menschen erinnern.
Wir wollen deutlich machen, daß der 8. Mai 1945 kein Tag der Befreiung war, sondern für Millionen von Deutschen den Raub von Hab und Gut, sowie den Verlust der Heimat bedeutete. Millionen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, junge und alte Deutsche, Soldaten und Zivilisten bezahlten diese „Befreiung“ mit ihrem Leben.
Wir waren auch 2026 #unterleute in Dresden und konnten den ein oder anderen Moment bildlich einfangen. Ein neues längere Video der Gedenkstunde ist seit gestern auf unseren YouTube Kanal zu finden:
Wie die Veranstalter auf #Dresden26 Rückschau halten:
Liebe Freunde, Kameraden und Unterstützer!
In Dresden ging am Sonntag, mit der Niederlegung unseres Kranzes, die diesjährige Gedenkwoche zu Ende.
Den Anfang machte der Dresdner Montagsprotest. Wie schon im letzten Jahr, wurde unmittelbar an der Frauenkirche eine Zwischenkundgebung durchgeführt. In einem Redebeitrag wurde die Notwendigkeit aufgezeigt, warum das öffentliche Gedenken mit dem traditionellen Gedenkmarsch wichtig ist. Darüber hinaus wurden auch die zahlreichen Veranstaltungen, die das Gedenken ausmachen, vorgestellt und bekannt gegeben.
Am Dienstag und Mittwoch wurden Flugblätter verteilt und auf dem Neumarkt wurde ein Infostand durchgeführt.
Am Donnerstag wurde das Denkmal „Flamme der Erinnerung“ in die Innenstadt gebracht und mit einer Mahnwache über drei Tage aufgestellt. Am Freitag haben wir auch wieder unsere 35 Meter lange Ausstellung auf dem Platz Dr.-Külz-Ring, unmittelbar am Eingang zur Altmarkt-Galerie aufgebaut. Diese wurde im Laufe des Tages rege besucht. Vielen Dresdnern und auch Gästen der Stadt konnten wir so die Möglichkeit geben, Zeitzeugenberichte zu lesen und anhand der aufgelisteten Namen und Anschriften aus dem „Buch der Namen“ von Gerd Bürgel, daß Ausmaß dieses alliierten Kriegsverbrechens zu erfassen.
Der Höhepunkt der Gedenkwoche stand am Sonnabend, dem 14. Februar, auch wieder für viele fest im Kalender. Dem Aufruf des „Aktionsbündnisses gegen das Vergessen“ zum diesjährigen Dresden-Gedenken, mit dem traditionellen Gedenkmarsch, folgten schließlich gut 2.000 Freunde und Kameraden aus ganz Deutschland und aus zahlreichen europäischen Ländern. Beinahe zeitgleich setzten Frauen und Kinder in Mittelsachsen Lichter in die Mulde.
Am Sonntag nahm die Gedenkwoche ihren Abschluß, mit der Niederlegung des Kranzes auf dem Heidefriedhof. Dort lag schon eine Vielzahl von Kränzen. Anders als im letzten Jahr, waren die Kranzschleifen unversehrt. So bot sich vor der Sandsteinwand mit dem bekannten Text „Wie viele starben? Wer kennt die Zahl? An Deinen Wunden sieht man die Qual, der Namenlosen die hier verbrannt, im Höllenfeuer aus Menschenhand.“ ein würdiges Bild aus Kränzen, Blumen und Kerzen. …
In Dresden ging am Sonntag, mit der Niederlegung unseres Kranzes, die diesjährige Gedenkwoche zu Ende.
Den Anfang machte der Dresdner Montagsprotest. Wie schon im letzten Jahr, wurde unmittelbar an der Frauenkirche eine Zwischenkundgebung durchgeführt. In einem Redebeitrag wurde die Notwendigkeit aufgezeigt, warum das öffentliche Gedenken mit dem traditionellen Gedenkmarsch wichtig ist. Darüber hinaus wurden auch die zahlreichen Veranstaltungen, die das Gedenken ausmachen, vorgestellt und bekannt gegeben.
Am Dienstag und Mittwoch wurden Flugblätter verteilt und auf dem Neumarkt wurde ein Infostand durchgeführt.
Am Donnerstag wurde das Denkmal „Flamme der Erinnerung“ in die Innenstadt gebracht und mit einer Mahnwache über drei Tage aufgestellt. Am Freitag haben wir auch wieder unsere 35 Meter lange Ausstellung auf dem Platz Dr.-Külz-Ring, unmittelbar am Eingang zur Altmarkt-Galerie aufgebaut. Diese wurde im Laufe des Tages rege besucht. Vielen Dresdnern und auch Gästen der Stadt konnten wir so die Möglichkeit geben, Zeitzeugenberichte zu lesen und anhand der aufgelisteten Namen und Anschriften aus dem „Buch der Namen“ von Gerd Bürgel, daß Ausmaß dieses alliierten Kriegsverbrechens zu erfassen.
Der Höhepunkt der Gedenkwoche stand am Sonnabend, dem 14. Februar, auch wieder für viele fest im Kalender. Dem Aufruf des „Aktionsbündnisses gegen das Vergessen“ zum diesjährigen Dresden-Gedenken, mit dem traditionellen Gedenkmarsch, folgten schließlich gut 2.000 Freunde und Kameraden aus ganz Deutschland und aus zahlreichen europäischen Ländern. Beinahe zeitgleich setzten Frauen und Kinder in Mittelsachsen Lichter in die Mulde.
Am Sonntag nahm die Gedenkwoche ihren Abschluß, mit der Niederlegung des Kranzes auf dem Heidefriedhof. Dort lag schon eine Vielzahl von Kränzen. Anders als im letzten Jahr, waren die Kranzschleifen unversehrt. So bot sich vor der Sandsteinwand mit dem bekannten Text „Wie viele starben? Wer kennt die Zahl? An Deinen Wunden sieht man die Qual, der Namenlosen die hier verbrannt, im Höllenfeuer aus Menschenhand.“ ein würdiges Bild aus Kränzen, Blumen und Kerzen.
Die Bilderstrecken folgen in den kommenden Tagen.
Ebenso gab es im Vorfeld zahlreiche Aktionen, um auf das Schicksal Dresdens und auf das Dresden-Gedenken aufmerksam zu machen. Diese werden wir in den kommenden Tagen hier veröffentlichen.
Ein ganz herzliches Dankeschön möchten wir all jenen aussprechen, die mit Rat und Tat zum Gelingen des diesjährigen Dresden-Gedenkens beigetragen haben.
Die Stadt Dresden hat erneut eine Allgemeinverfügung erlassen. In dieser werden auch verschiedene Dinge eingeschränkt.
Neben Auflagen, die uns schon seit Jahren begleiten, wie das Verbot von Bomberjacken und Springerstiefeln und militärischer Kleidung (Tarnkleidung), wird auch die Vermummung und das militante Auftreten geregelt.
Entsprechend der Allgemeinverfügung und auch nach Auskunft der Versammlungsbehörde, sind folgende Dinge zwingend zu beachten:
Jegliche Form der Vermummung ist zu unterlassen!
Vollständig schwarze Kleidung im Zusammenhang mit einem militanten, also aggressiven Auftreten, ist zu unterlassen!Schwarze Kleidung, friedliches Verhalten und ein offenes Gesicht stellen kein Problem dar!
Neben den Auflagen der Stadt, gelten natürlich auch unsere eigenen Regeln, die wir uns für ein gutes Gelingen gegeben haben. Macht euch damit vertraut!
Veranstaltung:
Ort: Bahnhof Dresden-Mitte, Weißeritzstraße
Aufbau: ab 12 Uhr
Beginn: 14 Uhr
Neben unserer Teeküche wird es auch einen Infostand geben. Dort liegen verschiedene Hefte aus (Aufgewacht-Magazin „Sonderheft Dresden ’45“, Comic „Lara in Dresden“). Außerdem gibt es dort auch den aktuellen Anstecker.
Damit Ihr die Veranstaltung bewerben könnt, haben wir die Materialsammlung um weitere Grafiken mit Ort und Datum ergänzt.