WIR gedenken! – Dresden-Gedenken 2015

Nach einer ereignisreichen Aktionswoche fand am 15. Februar, mit bis zu 550 Teilnehmern, der Gedenkmarsch anlässlich der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 statt. All die bewussten Falschdarstellungen und Übertreibungen linker wie öffentlicher Medien können über diesen Erfolg nicht hinwegtäuschen. Der Tag, an dem siebzig Jahre zuvor – im Februar 1945, die Frauenkirche nach vier Angriffswellen anglo-amerikanischer Bomber gegen die sächsische Kunst- und Kulturstadt einstürzte, war bewusst gewählt. Schon das Kampagnenmaterial, welches auch in diesem Jahr wieder hunderttausendfach herausgegeben wurde, trug als Leitbild eine Symbiose aus Ruine und wieder auferstandener Frauenkirche.

Ab 16.00 Uhr sammelten sich die Teilnehmer auf dem Theaterplatz, von wo aus der Gedenkmarsch planmäßig über Sophienstraße, Taschenberg und Schloßstraße auf die Wilsdruffer Straße zog. Lediglich auf der St. Petersburger Straße kam es zu kurzen Wartezeiten durch Blockadeversuche. Anstatt den Gedenkmarsch die verbliebenen gut 950 Meter bis zum Hauptbahnhof ziehen zu lassen, sorgten die Störer für eine fast zwei Kilometer lange Erweiterung der Strecke, mitten durch ein Wohngebiet in der westlichen Seevorstadt, bis zum geplanten Endpunkt am Hauptbahnhof. Hier konnte der diesjährige Gedenkmarsch mit einem Grußwort David Irvings, Redebeiträgen unserer Gäste aus Österreich und Italien, sowie dem gemeinsamen Absingen unserer Nationalhymne beendet werden.

„Entweder es findet seitens der Nazis gar keine Aktion statt oder aber eine Aktion, die sich im Level mit der Aktion vom 12. Februar 2014 decken könnte… …Wir wissen, dass seit Anfang des Jahres mobilisiert wird. Wir wissen auch, dass die Aktionswoche der Nazis im verkleinerten Rahmen stattfinden wird. Insgesamt sind die Möglichkeiten durch den Wegfall der Finanzierung über die NPD-Landtagsfraktion deutlich geringer“.

So zitierten die Dresdner Neueste Nachrichten den Sprecher des Bündnis Dresden Nazifrei, Silvio Lang, noch am 6. Februar. Mit dem was tatsächlich folgte, haben wir nicht nur die Kontinuität unserer Arbeit unter Beweis gestellt, sondern vor allem auch Silvio Lang ein weiteres Mal lügen gestraft! Neben vielen kleinen nach Innen gerichteten Aktivitäten verliefen Aktionen wie das Aufsteigen von 200 Luftballons mit Postkarten vom Theaterplatz, ein mehrstündiger Infostand in der Stadt, oder der Einsatz unseres Gedenk-Fliegers am 13. Februar nicht nur äußerst positiv, sondern erreichten in jedem der Fälle eine breite Öffentlichkeit. Gekrönt wurde all dies von einem Gedenkmarsch, der durch diszipliniertes Auftreten aller Teilnehmer auch anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung Dresdens zu einem Würdigen wurde.

Wenn der Erfolg antifaschistischer Intervention nun darin besteht, dass sich durch die letztendlich doch erfolglosen Blockadeversuche Dauer und Länge unserer Veranstaltung maßgeblich erhöht haben, oder dass wir unsere Kränze angeblich „wieder mitnehmen mussten“, wie wir es in jedem Jahr zu tun pflegen um sie an anderer Stelle abzulegen, dann „Herzlichen Glückwunsch!“. Diese Art von Berichterstattung zeigt nicht nur die Verlogenheit des von Lang geführten Bündnisses gegenüber seinen Anhängern. Sie zeigt auch, dass sich mit unserem Anliegen nie ernsthaft auseinandergesetzt wurde. Für die real existente Oberflächlichkeit eines Bündnis Dresden Nazifrei reicht es eben „einfach dagegen“ zu sein. Wir heften unser Gedenken nicht an Teilnehmerzahlen und missbrauchen das mahnende Erinnern an die Dresdner Luftkriegstoten nicht für plumpe Hetze oder politische Interessen. Worin der uns gebetsmühlenartig angedichtete Vorwurf des Missbrauches durch unser Engagement genau bestehen soll, ist bisher nie konkret definiert worden. Etwa in unserer Forderung nach einem angemessenen Mahnmal oder unserer kritischen Haltung gegenüber den Expertisen einer gekauften Historikerkommission? Der tatsächliche Missbrauch findet dort statt, wo politische Eliten den 13. Februar als eigene Bühne instrumentalisieren oder wild gewordene Extremisten regelrechte Freudentänze auf den Straßen dieser geschundenen Stadt veranstalten!

Nachdem wir nun zwei Jahre in Folge die Möglichkeit zu einem entpolitisierten Gedenken in Stille und Würde gegeben haben, dies jedoch erwartungsgemäß ausgeschlagen wurde, werden wir nun den 13. Februar wieder in den Fokus unseres Handelns rücken!
Unser Dank gilt all jenen, welche am 15. Februar zu einer gelungenen Gedenkveranstaltung in Dresden beigetragen haben!

Grazie! nach Italien…
Thank you! nach Großbritanien…
Děkuji! a Ďakujeme! in die Tschechische Republik und die Slowakei…
ευχαριστώ πολύ! nach Griechenland…
Dankjewel! in die Niederlande…
Mange takk! nach Norwegen…
Vielen Dank! nach Deutschland, in die Schweiz und Österreich…